Von Lucien Haug
Inszenierung: Suna Gürler

Da plumpst einer mit gebrochenen Flügeln vom Dach mitten ins Nest einer gebrochenen Familie: Auftritt Tearjerker, schweizweit berühmt für seinen verpatzten Eurovision Song Contest. Er findet einen Vater und einen Sohn vor, die um ihre Partnerin und Mutter trauern, dazu eine Menge gelebter und verdrängter Gefühle, verdruckste Versuche von Zärtlichkeit und die Frage, wie das eigentlich geht mit dem Füreinander-da-sein.

Jenseits von Papa-Verehrung und Patriarchat untersucht Regisseurin Suna Gürler mit vier männlich sozialisierten Spielern zwischen 14 und 41, was es bedeutet, gemeinsam in Beziehung zu sein. Und schaut ihnen zu, wie sie Krankheit und Trauer in Worte fassen lernen, in Vaterrollen schlüpfen, Familie und Freundschaft jenseits aller Selbstverständlichkeiten austesten. Als «Mann» leben und verwoben sein mit einer lebendigen Welt – wie könnte das gehen, aller Unsicherheit zum Trotz?